Monthly Archives: September 2008

wtfm4?

Ja, heute gibt es wichtigere Dinge, über die man sich ärgern kann… nein muss… Aber trotzdem:

Ein wesentlicher Bestandteil des österreichischen Alternativsenders FM4 gehört seine “Förderung” der heimischen Szene. Dies passiert über “das Portal für Musik aus Österreich”, dem FM4 Soundpark.

Hat man dort man sich dort angemeldet & wird (in meinem Fall nach Monaten) der Account freigeschaltet, muss man nur mehr die Hände falten & hoffen, in ein  Soundpark-Special geladen zu werden. Dort hat man die Möglichkeit zur besten Zeit (meist irgendwann zwischen 00.00 und 06.00) über seine Werke zu plaudern… Wer also heute in der oben genannten Zeit noch nichts besseres vor hat (schlafen? wozu?), kann sich die grandiosen Liger aus Wien zu Gemüte führen.

Das einzig positive an den Sendezeiten der Soundpark-Spezial-Sendungen; ein ungesundes, weil zu schnelles Bekanntwerden der geförderten Bands kann so nie passieren…

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PopScriptum

Das “Forschungszentrum Populäre Musik der Humboldt-Universität zu Berlin” versorgt mich schon seit Ewigkeiten mit Texten. Nach einer langen Durststrecke sind jetzt wieder neue Texte online.

PopScriptum steht nach wie vor all denjenigen offen, die sich im deutschsprachigen Raum wissenschaftlich mit den populären Musikformen auseinandersetzen. Und wie bisher versteht sich PopScriptum, obwohl mit den populären Musikformen einem musikalischen Gegenstand gewidmet, nicht als musikwissenschaftliche Publikation im engeren Sinne. Vielmehr ist einem konsequent gegenstandsorientierten Konzept gefolgt, das prinzipiell offen ist für Beiträge aus allen wissenschaftlichen Disziplinen, sofern den populären Musikformen oder einem damit in Zusammenhang stehenden Aspekt gewidmet.

Und hier findet man die guten Stücke!

Dankeschön.

everything tastes better on a stick

slotMusic ist ein neuer Versuch die Menschheit wieder zum Kauf von Musik zu bewegen. Der Hardwarehersteller SanDisk hat sich mit einem Schwung Majorlabels (darunter EMI Music, Universal Music  Group und andere) zusammen getan um Musik auf SD-Karten unter die (kaufwilligen) Leute zu bringen.  Vorteile?

it might well be easier to load music onto a phone in parts of the world other than the US, you might more easily distribute videos, and artists looking to increase the value of their CDs could innovate on revitalizing album art. (meint Peter Kirn von Create Digital Music)

Der hier gebrachte Vergleich von Esskultur mit der Musikindustrie ist um einen Aspekt reicher…

via Create Digital Music (und dort gibts noch mehr zum Thema!)

From Rock n Roll to Reagan

Youtube hat ja doch zu mehr zu bieten als “Funny Animals”, interaktive Wahrsager und “Summer Cooking Challenges”. Der grandiose Lawrence Grossberg spricht in diesem Interview über seinen Zugang zu Cultural Studies, Jugendkultur, Populäre Musik und die Wichtigkeit alles miteinander in Kontext zu bringen…

Vinyl ist mein Gemüse

Morgan Geist vergleicht (durchaus treffend) in der aktuellen De:Bug den heutigen Musikkonsum mit Entwicklungen in der amerikanischen Esskultur (!):

Jahrelang ging es nur darum, dass alles billiger wird, die Modi der Belieferung schneller und direkter. Mittlerweile gibt es zumindest in den Metropolen eine Gegenbewegung dazu. Es gibt eine Slow-Food-Bewegung, Leute starten Bio-Food-Coops. […] Vielleicht wird Musik gerade zu Fastfood und irgendwann merken die Leute, dass es nicht gut für sie ist […].

Die Musikflatrate, wie sie etwa Napster anbietet, wäre dann wohl sowas wie “all you can eat”!?

Open Source Music

Im Rahmen der Ars Electronica hat Michael Tiemann Ideen geäußert, die auf eine Umlegung des “Open Source“- Prinzips auf die Musikwelt abzielen. Die “Krise” der Musikindustrie sieht er (unter anderem) in einem Qualitätsverlust begründet und dem sollen seine Überlegungen entgegen wirken. Tiemann schlägt ein Einbinden der Fans (Crowdsourcing, anyone?) in den Kreativprozesses vor. Die Musik des Künstlers, die Interpretation des Toningenieurs und die Rezeption durch die Hörer sollen so enger miteinander verknüpft werden & die “endgültige” Form eines Stückes obsolet gemacht werden. Jeder soll Zugang zu den Rohmaterialien bekommen, Versionen basteln & als Koproduzent fungieren.  Als Beispiel nennt er etwa Trent Reznor, der das Rohmaterial zu “Year Zero” freigegeben hat…

Die Idee an sich ist ja nicht sonderlich neu; neben Trent Reznor haben etwa Radiohead und auch die Einstürzenden Neubauten dieses Prinzip genutzt. Radiohead boten etwa das Rohmaterial des Tracks “Nude” (gegen Bezahlung) über i-Tunes an, gaben Fans so die Möglichkeit Neuinterpretationen zu bauen und erschlossen eine neue Einnahmequelle. Die Einstürzenden Neubauten gaben mit “Supporter-Alben” den Fans die Möglichkeit aktiv an der Produktion teilzunehmen indem sie (via Chat) mit der Band in Verbindung standen.

Aber trotzdem darf man nicht den Fehler machen Kunstproduktion mit der Produktion von Software zu vermengen. Betriebssysteme und Programm. können mit objektiven Qualitätskriterien gemessen werden, was bei Musik nicht möglich ist. Der Schluss, der bei Software durchaus zutreffen mag, funktioniert im Zusammenhang mit Musik überhaupt nicht: Auch wenn Tausende sich an der Produktion des Stückes beteiligen, muss das noch lange nicht bedeuten, dass diese Tausend genau jene Version des Stückes produzieren, die ich am besten finde. Tiemmann überwertet auch den Aspekt der Produktionsqualität, der in letzter Konsequenz bedeutet, dass “gute” Musik auch gut verkaufen wird. Die auditive Qualität von Popmusik alleine bildet keine Kaufentscheidung. Warum sonst wird Musik seit einigen Jahren über Mp3s konsumiert?

[den besprochen Artikel findet man auf derstandard.at unter |Kultur|Bildende Kunst|Media & Art|Ars Electronica; eine Direktverlinkung ist leider nicht möglich…]

Slacker Uprising

Nachdem in der Musikindustrie das Veröffentlichen von kostenfreien MP3s als Teaser für darauf folgende Alben fast zum guten Ton gehört, versucht sich nun auch die Filmindustrie an dieser Übung: Michael Moore veröffentlicht seinen nächsten Film als Gratis-Download!

Mehr? Hier!